Neuroplastizität

Das menschliche Gehirn ist zugleich faszinierend und doch geheimnisvoll. Es unterstützt uns beim Denken, Fühlen, Erinnern und Handeln. Umso wichtiger ist es, einfache und verständliche Fakten rund um unser Gehirn zu beantworten, die auch nachvollziehbar und belegbar sind. So hängen mit dem Gehirn unter anderem Fragen zur Lernfähigkeit und Formbarkeit des Gehirns zusammen, ebenso die Rolle der linken und rechten Gehirnhälfte und des Gehirnwellentrainings.

Doch was ist wirklich wissenschaftlich belegt? Dieser Beitrag möchte grundlegende Fragen verständlich beantworten, vor allem rund um das Thema Neuroplastizität.

Neuroplastizität bezeichnet die Fähigkeit des Gehirns, sich an Erfahrungen, Lernen oder Verletzungen anzupassen. Diese dynamische Eigenschaft ermöglicht es Neuronen, neue Verbindungen herzustellen und alte zu verwerfen, was für die Anpassungsfähigkeit des Gehirns entscheidend ist. Neuroplastizität ist somit ein Schlüsselmechanismus, der es dem Gehirn ermöglicht, sich im Laufe des Lebens zu verändern und zu entwickeln.

Nutzen wir unser gesamtes Gehirn im Alltag?

Da das Gehirn nicht nur für unsere Denkleistung zuständig ist, sondern auch zahlreiche Steuerungsaufgaben in unserem Körper wahrnimmt, nutzen wir unsere gesamten Möglichkeiten. Gleichzeitig ist es ein Organ, das wesentlich für unser gesamtes Nervensystem ist.

Es ist daher ein Mythos, wenn man liest, der Mensch nutzt bloß 10 % der Fähigkeiten dessen, was möglich ist. Wir nutzen viel mehr. Vielleicht sind wir uns dessen bislang zu wenig bewusst. Ein geweitetes Bewusstsein kann uns helfen, die Möglichkeiten unseres Gehirns besser kennenzulernen und auch zu nutzen.

Wenn wir beginnen, unsere Nervenzellen zu aktivieren und bewusster mit mentaler Leistungsfähigkeit umzugehen, erkennen wir, wieviel tatsächlich möglich ist. Neurobiologische Trainingsmethoden helfen dabei, dieses Potenzial besser zu nutzen.

Wie sieht es mit der Speicherkapazität aus?

Vergleicht man das menschliche Gehirn mit einem Computer, dann wären wir bei etwa 2500 Terabyte. So viel könnte es geschätzt an Information speichern. Nervenzellen sind eine Art Informationsleiter und unser Nervensystem ist unser Intranet.

Während das Kurzzeitgedächtnis begrenzt ist, ist das Langzeitgedächtnis nahezu unbegrenzt. Man kann es sich wie eine große Datenbank vorstellen, in der aufgenommene Informationen abgelegt und auch abrufbar sind. Wenn wir etwas vergessen, dann bedeutet dies, dass wir nicht wissen, wo wir die gewünschte Information abrufen müssen. Um Inhalte besser abrufen zu können, helfen gezielte Übungen zur Neuroplastizität, die eine Bildung neuer Synapsen anregen und neue neuronale Netzwerke erschließen.

Wie kommt es zur Erinnerung?

Erinnerungen hängen stark mit Gefühlen und Emotionen zusammen. Man erinnert sich an den ersten Schultag. Oft ist damit auch das Gefühl von Veränderung verbunden und die Tatsache, dass die Eltern nicht mehr permanent da sind. Zusätzlich werden Neugierde oder Angst damit verbunden, wenn ich nicht weiß, was auf mich zukommt. Erinnerungen sind oft mit einem Gefühlscocktail verbunden.

Gleiches gilt für den ersten Kuss oder den Anlass, wo man seine erste große Liebe traf. Auch wenn man mit einer Erfahrung weniger schöne Emotionen verbindet, es ist immer die Verbindung, die etwas in uns auslöst. Unsere Nervenzellen werden oft unbewusst angetriggert. Das muss kein Bild sein. Auch Gerüche können unsere Nervenzellen anstoßen. Und schon ist ein schönes oder weniger schönes Erinnerungsbild in uns aufgerufen.

Oft übertreiben wir dabei in die eine oder andere Richtung. Wir reden es uns schön. Oder wir übertreiben in der Erfahrung ins Negative.

Interessanterweise kommt es bei Erinnerungen nach längerer Zeit zu einem Verblassen dessen, was geschah. Wir wissen, dass es Techniken wie beispielsweise Neuroplastizitäts-Übungen gibt, Erinnerungen auch umzuschreiben und in einen neuen geistigen Rahmen zu setzen. Das nennt man Reframing.

Training der Hirnfunktion

Die Fähigkeit, das Gehirn zu trainieren, bezeichnet man als Neuroplastizität. Unsere Nervenzellen sind erstaunlich robust und erneuerungsfähig. Diese Modulationsfähigkeit gibt uns Menschen die Möglichkeit, sich von Kindesbeinen an bis ins hohe Alter in unseren Ansichten und unseren körperlichen Fähigkeiten an unsere Umwelt anzupassen. Wir können unsere Nervenzellen immer wieder neu verdrahten. Diese Fähigkeit nennt man Rewiring.

Dazu müssen wir uns bewusst entscheiden. Mithilfe gezielter Neuroplastizitäts-Übungen lässt sich das Gehirn dauerhaft umstrukturieren. Dies geschieht durch Wiederholung, bewusste Steuerung und das Einüben neuer Verhaltensweisen. Auch im hohen Alter ist es möglich, die Hirnfunktion zu verbessern. Wichtig ist also auch, dieses Rewiring nachhaltig einzuüben, um es auch halten zu können. Das gesamte Nervensystem ist daher nichts Unveränderbares.

Aktivieren von Nervenzellen

Wer seine Nervenzellen aktivieren möchte, benötigt gezielte Impulse. Mentaltraining, Affirmationen, Afformationen oder Subliminals sind hierfür geignet. Affirmationen sind positive Aussagen, die das Unterbewusstsein stärken, während Afformationen lösungsorientierte Fragen sind, die das Denken anregen und neue Perspektiven eröffnen. Körperliche Übungen, wie wir es vom Fitnessstudio und vom Sport oder der Musikausbildung kennen, sind ebenfalls mögliche Wege, um die Neuroplastizität zu stimulieren und zu fördern. Sie wirken wie neurobiologische Trainingsmethoden, die die Gehirnleistung steigern. Damit verändert man seine Lebensqualität über das Gedächtnis. Man nimmt sein Leben in die eigenen Hände. Souveränität in der Gestaltung seines Daseins wird damit möglich.

Neuroplastizität mit Übungen fördern

Hierfür stehen uns Menschen mehrere Möglichkeiten offen. Übungen zur Förderung der Neuroplastizität helfen dir, deine Nervenzellen zu stimulieren. Dein Nervensystem bewegt und erneuert sich, indem es Nervenzellen neu verbindet.

Hier folgen einige wirksame und einfach umsetzbare Übungen, die sich direkt in den Alltag integrieren lassen:

  • Jonglieren: Eine der effektivsten neuroplastischen Übungen, um neue neuronale Verbindungen zu schaffen.
  • Eine gezielte Ernährung spielt für die Neuverdrahtung eine wesentliche Rolle, sei es mit Nüssen oder Avocados, oder mit zusätzlichem Vitamin D und Magnesium.
  • Ruhe und ausgewogener Schlaf sind wichtig, da die Umformungen auch Ruhe brauchen. Stress ist hingegen sehr unschön.
  • Handwechsel ist ebenfalls sehr gut zur Förderung von Plastizität und zur Aktivierung der Neuronen geeignet. Nehme bewusst die andere Hand für alltägliche Tätigkeiten. Damit stimulierst du die Ausbildung von neuen Nervenbahnen.
  • Eine etwas intellektuellere Übung ist die Erweiterung deines Wortschatzes.
  • Lerne ein Musikinstrument. Die Koordinierungsnotwendigkeit vor allem in den Händen und Fingern helfen in der Synchronisation.
  • Schach spielen unterstützt die Synapsenbildung und fordert das Gehirn auf beiden Seiten.
  • Meditation ist auch eine sehr gute Hilfe, um Neuroplastizität zu fördern. Dazu musst du nicht stundenlang sitzen. Du kannst das auch im langsamen und bewussten Gehen machen. In der koordinierten Bewegung, verbunden mit der Atmung und einem möglichst hohen Bewusstsein, hast du auch eine relativ einfache Möglichkeit, beide Hirnhälften zu synchronisieren.
  • Jegliche Form von Achtsamkeitsübungen fördern eine Neuverdrahtung.

Diese Übungen sind ideal, um neue Denk- und Verhaltensmuster zu etablieren und gezielt die Neuroplastizität zu fördern.

Die Notwendigkeit beider Gehirnhälften

Die linke und die rechte Gehirnhälfte arbeiten als Team, auch wenn beide für spezielle Aufgaben und Funktionen vorgesehen sind. Die Verbindung über den Corpus callosum, dem Balken zwischen den beiden Hemisphären, deutet dies markant an. Zudem haben beide auch gekreuzte Aufgaben. Das bedeutet, die linke Gehirnhälfte ist für die rechte Körperseite zuständig und umgekehrt.

Das Gehirn mit seiner Fülle an Nervenzellen hat in seiner Gesamtheit eine vielfältige Koordinierungsfunktion, vom Blutdruck beginnend über die Atmung bis zu den unzähligen oft für selbstverständlich angesehenen Aktivitäten im menschlichen Körper. Eine Separierung, ohne Beachtung des Corpus callosum, der so wichtigen Verbindungsbrücke, greift viel zu kurz. Die Zuschreibung, jemand sei linkslastig oder rechtslastig, mag populärwissenschaftlich eingängig klingen. Sie deckt sich jedoch nicht mit den Fakten aus der Gehirnforschung. Es wäre so, als ob sie primär mit dem linken Bein versuchen würden, zu laufen. Effektive Übungen zur Neuroplastizität sollten daher beide Seiten gleichzeitig ansprechen, um maximale Effekte zu erzielen.

Gehirnsynchronisation und neurobiologische Trainingsmethoden

Gehirnsynchronisation ist der Ausgleich zwischen beiden Gehirnhälften. Sie ist mittels diverser Übungen einfach machbar. Sowohl körperliche Übungen zur Koordinierung als auch Musik und Klänge unterstützen die Gehirnsynchronisation.

  • Kombiniere beispielsweise Lesen mit Bildern.
  • Höre dafür speziell komponierte Musik.
  • Versuche es mit binauralen Beats.
  • Nutze die Möglichkeiten der Klanganwendungen, die über die klassische Musik hinausgehen.
  • Sehe speziell dafür geschaffene Bilder an.
  • Probiere Brainwave Entrainment (Gehirnwellentraining).

Hier können dir die Klangfrequenzen von neowake Sound helfen. Die speziell entwickelten Audiosessions unterstützen gezielt die Synchronisation beider Gehirnhälften, fördern Konzentration, Entspannung oder kreative Zustände, je nach Klangfrequenz. Die Sessions sind ideal für alle, die ihr mentales und emotionales Potenzial durch moderne Klangtechnologie entfalten möchten.

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Warum ist Gehirnwellentraining für die Synapsenbildung sinnvoll?

Die Möglichkeiten stehen allen Altersgruppen offen. Die Gehirnwellen entwickeln sich entsprechend des Lebensalters.

Kinder sind etwa bis zum siebten Lebensjahr noch in einer Phase, in der die Koordination zwischen den Hirnhälften natürlich erfolgt. Sie teilen noch nicht. Bei Kindern dieser Altersgruppe unterstützt Gehirnwellentraining die Lernfähigkeit. Bei älteren Menschen stimuliert die Hemisphären-Synchronisation die Merkfähigkeit, die Präsenz und die physische Koordination. Man kann das beispielsweise sehr einfach mit Musik in einer altersgerechten Frequenz probieren (Delta- und Theta-Wellen).

Dafür werden in der Pubertät, der Zeit des Heranwachsens Teile des Gehirns aktiviert, die bislang eher nicht so aktiv waren. Das Gehirn wird zur Großbaustelle. Bevor wieder eine neue Ordnung eintritt, müssen sich Einzelteile erst richtig entwickeln, um überhaupt Raum im Gesamten zu finden. Das läuft mit unterschiedlicher Geschwindigkeit ab. Hinzu kommt eine Umstellung im Hormonhaushalt. Es herrscht Chaos mit allem Drum und Dran. Sicher ist dir das nicht unbekannt. Um junge Menschen zu unterstützen und ihre Neigung zu Kopfhörern zu nutzen, sei ihnen das Hören von verschiedenen Klängen empfohlen.

Alle Altersgruppen dazwischen sollten Gehirnwellentraining ausprobieren, um die Präsenz, das im Hier und Jetzt sein zu erzielen, Stress zu reduzieren und sich zu entspannen. Neuroplastizitäts-Übungen, die auf Gehirnwellen zielen, etwa durch Musik oder Klänge, fördern Entspannung, Konzentration und Lernfähigkeit. Daraus ergeben sich vielfältige Möglichkeiten, seinem physischen Körper, dem Geist und auch der Seele Gutes zu tun. Gehirnwellentraining ist kein klassisches Wellness-Programm, sondern hat einen echten Mehrwert, weil es umfassend auf das Gehirn und alle damit verbundenen Funktionen wirkt.

Was hat Spiritualität mit Hirnplastizität zu tun?

Menschen sind Energiewesen. Dieser altbekannte Satz hat auch viel mit unserem Gehirn und vor allem den Gehirnwellen zu tun. Spiritualität ist zudem eng mit einem erhöhten und geweiteten Bewusstsein verbunden. Dieses Gewahrsein geht über die bekannten 5 Sinne hinaus. Geist, Körper und Seele sind davon in gleicher Weise betroffen. Bewusstsein ist eine wichtige Grundlage für eine positiv gelebte Neuverdrahtung. Es spielt auch bei der Gehirnsynchronisation eine wichtige Rolle.

Spiritualität als die Suche nach dem tieferen Sinn im Leben, nach Erkenntnis und Weisheit, nach dem, was das Leben wirklich bedeutet, ist untrennbar mit Bewusstsein verbunden. Wir finden es in allen großen geistigen Denkrichtungen.

Spiritualität ist nichts Festgelegtes oder gar Kodifiziertes. Jeder geht seinen Weg, mal mit Umwegen. Doch es ist die persönliche Entscheidung, diesen Weg zu gehen und ihn aktiv zu gestalten. Dabei ist man einer laufenden, oft unmerklichen Veränderung und Wandlung unterworfen.

Man kann den Wandel jedoch auch bewusst initiieren. Bewusst gelebt, mit spirituellem Wissen verknüpft, kann Neuroplastizität zu neuen Sichtweisen und einem geweiteten Bewusstsein führen. Persönlich gelebte Spiritualität kann deshalb helfen, alte Muster zu durchbrechen und neue neuronale Netzwerke zu etablieren, vor allem durch bewusste neuroplastische Übungen, die den inneren Wandel begleiten.

Fazit zu den neuroplastischen Übungen

Je weniger man erwartet, desto größer sind die Chancen einer nachhaltig wirksamen Neuverdrahtung. Dieser Zugang wird beispielsweise von Joe Dispenza und Bruce Lipton vertreten, zwei große Namen in der spirituellen Community, die ihre Empfehlungen auf evidenzbasiertem Wissen weitergeben.

Möchte man beispielsweise Glaubenssätze, Muster und Verhaltensweisen ändern, so nutzt man die Plastizität des Gehirns. Die Synchronisation der beiden Gehirnhälften und das Wissen, wer wofür zuständig ist, helfen einem zusätzlich, die eigene Veränderung in der Persönlichkeitsentwicklung voranzutreiben.

Gehirnforschung, Neurowissenschaften, Psychologie und Musik bzw. Klang spielen also in harmonischer Weise zusammen.

Dies sind nur einige Aspekte zu Themen rund um das menschliche Gehirn. Fühle dich angeregt, dich selbst bewusst zu beobachten und mit kleinen Schritten Veränderungen vorzunehmen. Das menschliche Gehirn ist veränderbar, ein Leben lang. Mit gezielten Neuroplastizitäts-Übungen und Methoden, die Nervenzellen aktivieren, können wir unsere geistige Flexibilität erhalten und sogar steigern. Achte deshalb darauf, die Übungen regelmäßig in deinen Alltag zu integrieren. Ob du meditierst, ein Instrument lernst oder achtsamer isst, jede kleine Veränderung zählt. Es liegt also in deinen Händen.