Der Darm spielt eine zentrale Rolle für die Gesundheit des Menschen. Er ist nicht nur für die Verdauung und Aufnahme von Nährstoffen verantwortlich, sondern wird auch von einer Vielzahl von Mikroorganismen besiedelt. Als Darmflora wird die Gesamtheit der Mikroorganismen bezeichnet, die den Darm von Menschen und Tieren besiedeln.
Dieses dynamische und komplexe bakterielle Ökosystem hat zahlreiche wichtige Aufgaben. Die Darmflora beeinflusst die Verdauung, produziert Nährstoffe und Botenstoffe und stellt sich immer mehr als ein zentrales Element unserer Gesundheit dar.
Besonders interessant in diesem Zusammenhang ist die sogenannte Darm-Haut-Achse. Sie beschreibt die Wechselwirkungen zwischen Darmflora und Hautgesundheit. Man weiß, dass der Darm und die Haut die größten Organe sind und dass es eine komplexe Wechselwirkung zwischen den Mikroorganismen in unserem Darm und der Gesundheit unserer Haut gibt. Man kann sogar noch einen Schritt weitergehen mit der Behauptung, dass die meisten Krankheiten ihren Ursprung im Darm haben. Selbst Hippokrates, einer der bekanntesten Ärzte des Altertums, schrieb etwa um 460 v. Chr. „Schlechte Verdauung ist die Wurzel aller Krankheiten“.
Ein Ungleichgewicht im Darm kann sich demzufolge negativ auf die Haut auswirken und zu verschiedenen Symptomen führen. Umgekehrt kann eine ausgewogene Darmflora dazu beitragen, Entzündungen zu reduzieren und das Hautbild zu verbessern. Die Pflege des Darms ist somit auch für eine gesunde und strahlende Haut von großer Bedeutung.
Das nachfolgende Video zeigt auf einfache Weise, wie unser Darm funktioniert.
Das Mikrobiom
Das Mikrobiom besteht aus der Gesamtheit aller Mikroorganismen, primär Bakterien, aber auch Viren, Pilzen und Archaeen, die den menschlichen Körper (insbesondere Darm, Haut, Mund) besiedeln. Diese Billionen von Kleinstlebewesen bilden ein einzigartiges, funktionales Ökosystem, das entscheidend zu Immunsystem, Verdauung und Stoffwechsel beiträgt.
Die Hauptbestandteile des Mikrobioms sind:
- Bakterien: Über 90 % der Mikroorganismen sind Bakterien, wobei im Darm vor allem die Stämme Firmicutes, Bacteroidetes, Proteobacteria und Actinobacteria dominieren.
- Viren (Virom): Meist Bakteriophagen, die Bakterien infizieren und regulieren.
- Pilze (Mykobiom): Verschiedene Hefepilze, wie z.B. Candida-Arten.
- Archaeen: Urbakterien, die oft methanogen im Darm leben.
Wichtige Aspekte:
- Standorte: Die größte Menge befindet sich im Dickdarm (Darmflora), aber auch Haut, Mundhöhle und Schleimhäute sind besiedelt.
- Funktion: Sie helfen bei der Verdauung, produzieren Vitamine (z. B. Vitamin K), stärken das Immunsystem und verdrängen schädliche Krankheitserreger.
- Individuell: Das Mikrobiom ist bei jedem Menschen einzigartig und wird durch Ernährung, Umwelt und Geburtsmodus beeinflusst.
Das Mikrobiom ist ein dynamisches System, dessen Zusammensetzung (Diversität) eng mit der Gesundheit verknüpft ist. Ein gesundes Mikrobiom zeichnet sich durch seine Vielfältigkeit aus. Je mehr verschiedene Arten von Bewohnern es gibt, desto stabiler und widerstandsfähiger ist das gesamte System. Eine geringe Vielfalt hingegen wird mit einer ganzen Reihe von Zivilisationskrankheiten in Verbindung gebracht, von Diabetes über Allergien bis hin zu Depressionen.
In unserem Darm gibt es zwei Hauptgruppen von Bewohnern, die guten protektiven Bakterien. Das sind unsere fleißigen Helfer. Sie lieben es, wenn wir ihnen ihr Lieblingsessen geben, Ballaststoffe. Als Dank schützen sie unsere Gesundheit. Die bösen schädlichen Bakterien lieben Zucker und verarbeitete Lebensmittel. Wenn Sie die Oberhand gewinnen, können Sie Entzündungen schüren, Giftstoffe produzieren und die schützende Darmwand schädigen. Das Ziel ist also klar, wir müssen die Guten füttern und den Bösen die Nahrungsgrundlage entziehen. Und unser mächtiges Werkzeug dafür liegt direkt auf unserem Teller.
Präbiotika: Das Superfood für gute Bakterien
Der erste und wichtigste Schritt zur Pflege des Mikrobioms sind Präbiotika. Das ist der wissenschaftliche Begriff für das Futter unserer guten Darmbakterien. Präbiotika sind spezielle unverdauliche Ballaststoffe. Sie wandern unbeschadet durch den Magen und Dünndarm und kommen erst im Dickdarm an, dem Hauptsitz unseres Mikrobioms. Dort treffen die Darmbakterien auf ihre Nahrung. Durch bakterielle Fermentation dieser Ballaststoffe entstehen sogenannte kurzkettige Fettsäulen SCFA durch den Abbau unverdaulicher Kohlenhydrate.
Die drei Haupt-SCFA sind Acetat (Essigsäure), Propionat (Propionsäure) und Butyrat (Buttersäure), meist in einem Verhältnis von ca. 60:20:20.
Die drei Hauptfunktionen sind:
- Energiequelle: Sie dienen den Epithelzellen des Dickdarms als Hauptenergiequelle.
- Darmgesundheit: Sie stärken die Darmbarriere, wirken entzündungshemmend und unterstützen das Immunsystem.
- Stoffwechsel: Sie beeinflussen den Glukosehaushalt, die Insulinsensitivität und die Sättigung.
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt mindestens 30 g Ballaststoffe pro Tag.
Gute präbiotischen Quellen sind Gemüse wie Zwiebeln, Knoblauch, Lauch, Spargel, Artischocken und Topinambur. Hülsenfrüchte wie Linsen und Bohnen sowie Vollkornprodukte wie Haferflocken und Roggen sind ebenfalls reich an Ballaststoffen.
Ein Mangel an SCFA, oft bedingt durch eine ballaststoffarme Ernährung, kann die Darmbarriere schwächen und das Risiko für entzündliche Erkrankungen erhöhen.
Während Präbiotika die Nahrung sind, sind Probiotika die lebenden Mikroorganismen selbst.
Probiotika: Die bahnbrechende Stanford-Studie erklärt
Mit probiotischen Lebensmitteln siedeln wir aktiv neue nützliche Helfer in unserem Darm an. Sie verstärken die guten Teams, verdrängen die Bösewichte und stärken die Darmbarriere. Lange Zeit war die Wirkung von Probiotika umstritten, doch eine bahnbrechende Studie der Stanford University aus dem Jahr 2021 hat für Klarheit gesorgt.
Die Forscher teilten Probanden in zwei Gruppen. Die eine aß eine ballaststoffreiche Diät, die andere eine Diät an reich fermentierten, also probiotischen Lebensmitteln.
Das Ergebnis war verblüffend. Nur die Gruppe, die fermentierte Lebensmittel aß, zeigte eine signifikante Zunahme der mikrobiellen Vielfalt und eine deutliche Reduzierung von Entzündungsmarkern im Körper. Das ist ein klares Plädoyer dafür, täglich fermentierte Lebensmittel zu essen. Die besten Quellen für lebende Kulturen sind Joghurt und Kefir. Achten Sie auf Produkte mit lebenden Kulturen. Kefir ist dabei oft noch vielfältiger als Joghurt.
Sauerkraut nicht pasteurisiert, nur rohes Sauerkraut aus dem Kühlregal enthält die wertvollen Milchsäurebakterien.
Kimchi, Miso und Kombucha, diese internationalen Spezialitäten sind ebenfalls hervorragende Probiotika Lieferanten.
Synbiotika: Die unschlagbare Power-Kombination
Möchtest du das Beste aus beiden Welten, dann wähle Synbiotika. Das ist die clevere Kombination aus Probiotika und Präbiotika. So bekommst du nicht nur neue Helfer, sondern auch gleich die passenden Nährstoffe, damit sie sich wohlfühlen und ansiedeln.
Zu den Synbiotika zählt beispielsweise Flora Essentials 30 von Sunday Natural. Dieses liefert eine umfangreiche Mischung von wichtigen Bakterienstämmen in Kombination mit Maisdextrin und Guarbohnenfasern.
Mit ganzen 30 unterschiedlichen Stämmen wichtiger Bakterien zeigt Flora Essentials 30 eine sehr hohe Vielfalt – mit echten 20 Milliarden vermehrungsfähigen, koloniebildenden Einheiten.

Die Darm-Hirn-Achse: Das Bauchgefühl ist real!
Die Faszination des Mikrobioms endet nicht bei der Verdauung. Über die sogenannte Darm-Hirn-Achse kommuniziert der Darm permanent mit unserem Gehirn.
Darmbakterien produzieren Neurotransmitter wie Serotonin und Dopamin, die gleichen Stoffe, die im Gehirn für unsere Stimmung verantwortlich sind. Ein gesundes, vielfältiges Mikrobion kann also nachweislich zu besserer Stimmung, weniger Stress und einem geringeren Risiko für Depressionen beitragen.
Unser Bauchgefühl ist also fundierte, beweisbare Biochemie.
Fazit: Tipps für eine gesunde Darmflora
Fassen wir die vier wichtigsten Tipps zusammen.
- Esse täglich eine große Vielfalt an ballaststoffreichen Pflanzen. Ziel sollte sein, 30 verschiedene Pflanzenarten pro Woche zu essen (Präbiotika).
- Integriere täglich fermentierte Lebensmittel in deinen Speiseplan (Probiotika).
- Vermeide raffinierten Zucker, Weißmehl und stark verarbeitete Lebensmittel.
- Verzichte auf Antibiotika. Sie sind ein Kahlschlag für deinen Darm. Nimm sie nur, wenn es absolut notwendig ist. Unterstütze danach den Wiederaufbau gezielt.
Die Pflege des Mikrobioms ist eine der wirkungsvollsten Strategien für eine langfristige Gesundheit. Es ist nie zu spät, damit anzufangen.


